Logo

Psychotherapie und Coaching
im Gesundheitshaus in Hagen


Von Pferden und Ruderern...

Es gibt Weisheiten und Lösungsstrategien für Probleme...
...eine Weisheit der Dakota Indianer lautet:
"Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab".

Doch im Berufsleben versuchen wir oft andere Strategien, nach denen wir handeln...

...wir besorgen uns eine stärkere Peitsche.
...wir wechseln die Reiter.
...wir sagen, so haben wir das Pferd doch immer geritten.
...wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
...wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man tote Pferde reitet.
...wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
...wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben.
...wir kaufen Leute von ausserhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können.
...wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
...wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
...wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.
...wir schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir schneller werden.
...wir erklären: kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht mehr reiten kann.
...wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder billigere Pferde gibt.
...wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist als andere Pferde.
...wir bilden Qualitätszirkel, um eine Verwendung von toten Pferden zu finden.
...wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
...wir vergrößern den Verantwortungsbereich des toten Pferdes.
...wir entwickeln ein Motivations-Programm für tote Pferde.
...wir strukturieren um, damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.

Vor einiger Zeit verabredete eine deutsche Firma ein jährliches Wettrudern gegen eine japanische Firma, das mit einem Achter auf dem Rhein ausgetragen wurde. Beide Mannschaften trainierten lange und hart, um ihre höchsten Leistungen zu erreichen. Als der große Tag kam, waren beide Mannschaften topfit, doch die Japaner gewannen das Rennen mit einem Vorsprung von einem Kilometer. Nach dieser Niederlage war das deutsche Team sehr betroffen, und die Moral war auf dem Tiefpunkt. Das obere Management entschied, dass der Grund für diese vernichtende Niederlage unbedingt herausgefunden werden müsse. Ein Projektteam wurde eingesetzt, um das Problem zu untersuchen und um geeignete Abhilfemaßnahmen zu empfehlen. Nach langen Untersuchungen fand man heraus, dass bei den Japanern sieben Leute ruderten und ein Mann steuerte, während im deutschen Team ein Mann ruderte und sieben steuerten. Das obere Management engagierte sofort eine Beraterfirma, die eine Studie über die Struktur des deutschen Teams anfertigen sollte. Nach einigen Monaten und beträchtlichen Kosten kamen die Berater zu dem Schluss, dass zu viele Leute steuerten und zu wenige ruderten. Um eine weitere Niederlage gegen die Japaner vorzubeugen, wurde die Teamstruktur geändert. Es gab jetzt vier Steuerleute, zwei Obersteuerleute, einen Steuerdirektor und einen Ruderer. Außerdem wurde für den Ruderer ein Leistungsbewertungssystem eingeführt, um ihm mehr Ansporn zu geben. "Wir müssen seinen Aufgabenbereich erweitern und ihm mehr Verantwortung geben." Im nächsten Jahr gewannen die Japaner mit einem Vorsprung von zwei Kilometern. Das Management entließ den Ruderer wegen schlechter Leistungen, verkaufte die Ruder und stoppte alle Investitionen in ein neues Boot. Der Beratungsfirma wurde ein Lob ausgesprochen, und das eingesparte Geld wurde dem oberen Management ausbezahlt.

impressum